Warum die Digitalisierung ökonomisch zwingend ist

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Die Digitalisierung basiert im Wesentlichen auf drei technologischen Treibern (oder Katalysatoren): Software, Konnektivität und intelligente Automatisierung (basierend auf Daten). Software und Konnektivität sind heute bereits weit verbreitet (Beispiel Smartphone). Aber der Schlüssel liegt in der allgegenwärtigen Nutzung (Beispiel IoT in Wearables) in Kombination mit der Automatisierung. Lassen Sie uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Software

Software hat einige sehr attraktive ökonomische Charakteristiken. Sie kann mit fast Null Grenzkosten repliziert werden, sie läuft 24×7 auf fast allem (vom Smartphone über IoT Geräten bis hin zur Cloud), sie kann täglich aktualisiert werden wenn notwendig (was allerdings auch zu Quick&Dirty führen kann, aber das ist eine andere Geschichte). Es gibt dazu einen berühmten Artikel von Marc Andreessen: Why Software is Eating the World.

Konnektivität

Wenn Sie Konnektivität zu Software addieren, haben Sie nicht nur Null Grenzkosten, sondern auch Netzwerkeffekte. Zum Beispiel kann jede Person weltweit (denken Sie an all die Computer Kids) eine App programmieren, sie in den App Store stellen und potentiell Milliarden von Menschen erreichen.

Break-out topic: Hardware

Auch wer Hardware herstellt, ist stark von der Digitalisierung betroffen. Bedenken Sie: „Software is eating the world“. Die Funktionalität und damit der Mehrwert wandert von Hardware zu Software. Erstere alleine wird dabei immer „dümmer“ und die Produktion wird einfacher. Es braucht vermutlich auch weniger davon: Selbststeuernde Autos benötigen keine Stossdämpfer! Vielleicht ist das extremes Beispiel. Haben Sie ein iPhone? Die Hardware besteht aus billigen und dummen Teilen. Der Nutzen und die Schönheit kommt mit der Software und der Konnektivität.

Intelligente Automatisierung

Wenn Software und Konnektivität bereits vorhanden sind und Hardware billig wird, liegt das eigentliche ökonomische Potential in der nächsten Generation intelligenter Automatisierung. Damit meine ich nicht Automatisierung, welche bereits breit genutzt wird und auf traditioneller Software-Programmierung beruht wie:

  • Fliessbänder
  • ERP Systeme
  • SPS Maschinen

Ich meine Automatisierung von Aufgaben, welche noch nie vorher automatisiert wurden.

Denken Sie an ein selbstfahrendes Auto als Extrembeispiel. Aber es gibt eine Menge anderer Aufgaben, welche automatisiert werden können:

  • Ein Kaufprofil eines Kunden aus einer grossen Datenmenge erstellen
  • Kunden E-Mails direkt beantworten oder einen Chatbot einsetzen
  • Indikatoren für Krankheiten in Röntenbildern finden
  • Stillstandszeiten von Maschinen durch sofortige Fehlerbehandlung minimieren
  • Den Betrieb von Automatisierungen automatisieren (den mag ich am liebsten…)

Bereits diese Szenarien sind vernetzt und hochkomplex. Und da kommen Big Data und Machine Learning (Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz) ins Spiel, welche Maschinen (sprich: Hardware) erlauben, auf Basis von Daten mehr oder weniger autonom zu entscheiden und zu handeln.

Fazit

Wenn man alle technologischen Treiber kombiniert, wird man schnell erkennen, dass die Anzahl der Einsatzgebiete unglaublich gross ist. Und mit der technologischen Entwicklung werden es laufend mehr.

Digitalisierung ist also nichts anderes als die Ausnutzung von skalen- und Netzwerkeffekten.

Eigentlich ist das nicht anders als in früheren Transformationen (Dampfmaschine. Elektrizität und Informationstechnologie), als der Weg für eine unvorstellbar grosse Menge von ökonomischen Opportunitäten frei wurde.

Dieser Wandel wird früher oder später zwingend passieren, weil der ökonomische Imperativ ist, die Nettowertschöpfung zu maximieren.

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